Herzlichen Glueckwunsch. Du hast deine Schwäche identifiziert. Und jetzt?

März 2, 2026

Jedes Jahr durchlaufen Millionen von Fuehrungskraeften einen Feedback-Prozess, der ihnen mit beeindruckender Praezision mitteilt, worin sie nicht gut sind. Sie erhalten diese Information in einem schoenen Bericht. Sie nicken nachdenklich. Sie schreiben ein Entwicklungsziel auf. Und dann kehren sie an ihren Schreibtisch zurueck und fuehren mit exakt denselben Mustern wie letzten Dienstag.

Das ist keine Kritik. Das ist eine Beobachtung.

Das Defizitmodell der Entwicklung — Luecke finden, Luecke schliessen, vollstaendige Fuehrungspersoenlichkeit werden — ist eine der hartnackigsten und am wenigsten wirksamen Ideen im Organisationsleben. Nicht weil Luecken keine Rolle spielen. Sondern weil Menschen nicht primaer durch das Staerken ihrer Schwaechen wachsen. Sie wachsen, indem sie von ihren Staerken aus bauen.

Was die Forschung eindeutig zeigt

Gallups jahrzehntelange Arbeit mit Millionen von Menschen ist unmissverstaendlich: Menschen, die aus ihren natuerlichen Staerken heraus arbeiten, sind produktiver, engagierter und belastbarer. Nicht marginal. Signifikant. Die Energie multipliziert sich, wenn man dort investiert, wo echtes Talent bereits vorhanden ist.

Das ist kein Motivationsposter. Das ist ein Designprinzip. Und die meiste Fuehrungskraefteentwicklung ignoriert es vollstaendig.

Ich arbeite seit ueber 20 Jahren mit Fuehrungskraeften — in strategischer Kommunikation, Transformation und Fuehrungskontexten. Die Veraenderung, die ich am zuverlaessigsten beobachte, ist keine Kompetenzaneignung. Sie ist eine Wahrnehmungsverschiebung. Wenn jemand wirklich erkennt, was er mitbringt — nicht als Performance, nicht als Positionierung, sondern als echte Klarheit — dann setzt sich etwas. Die Person wird direkter. Stabiler. Paradoxerweise offener — weil sie aufgehoert hat, gegen die Moeglichkeit der eigenen Unzulaenglichkeit zu kaempfen.

Wo wir anfangen — und warum

Jeder Leadership Reset beginnt mit einem Gallup CliftonStrengths Assessment. Kein Persoenlichkeitstyp. Keine Schublade. Ein Spiegel. Praezise, evidenzbasiert, fokussiert auf die Muster in deinem Denken, deinem Beziehungsverhalten, deiner Umsetzungslogik — damit du bewusst aus diesen Mustern heraus fuehren kannst, statt trotz ihnen.

Die Team-Anwendungen gehoeren ehrlich gesagt zu meinen liebsten Momenten in dieser Arbeit. Wenn ein ganzes Fuehrungsteam seine Staerken gemeinsam kartiert — dann loesen sich Missverstaendnisse auf, die Jahre gedauert haben. Die Person, die seit drei Jahren leise als schwierig gilt, hat ploetzlich ausserordentlich hohe Standards und null Toleranz fuer Unklarheit. Das ist kein Problem mehr. Das ist ein Aktivposten. Das Gesicht dieser Person, wenn das benannt wird statt pathologisiert — daran gewoehn ich mich nicht.

Ich glaube wirklich, dass jeder Mensch zur besten Version seiner selbst werden kann. Nicht zur besten Version, die jemand anderes entworfen hat. Zur eigenen. Das ist kein Optimismus. Das ist, was ich wieder und wieder sehe, wenn wir von Energie statt von Defizit starten.

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Neugierig, womit du wirklich arbeitest? Ich sehe schnell und sage dir ehrlich, was ich sehe — mit Waerme und gelegentlich einer Beobachtung, ueber die du zuerst lachst und dann nachdenkst. Diese Kombination erweist sich als nuetzlich. — Svenja

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